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Anhang
1/1
2. Mose 14
1 Israels Durchzug durchs Schilfmeer
Und der HERR redete mit Mose und sprach:
2 Rede zu den Israeliten und sprich, daß sie umkehren und sich lagern bei Pi-Hahirot zwischen Migdol und dem Meer, vor Baal-Zefon; diesem gegenüber sollt ihr euch lagern.
3 Der Pharao aber wird sagen von den Israeliten: Sie haben sich verirrt im Lande; die Wüste hat sie eingeschlossen.
4 Und ich will sein Herz verstocken, daß er ihnen nachjage, und will meine Herrlichkeit erweisen an dem Pharao und aller seiner Macht, und die Ägypter sollen innewerden, daß ich der HERR bin. - Und sie taten so.
5 Als es dem König von Ägypten angesagt wurde, daß das Volk geflohen war, wurde sein Herz verwandelt und das Herz seiner Großen gegen das Volk, und sie sprachen: Warum haben wir das getan und haben Israel ziehen lassen, so daß sie uns nicht mehr dienen?
6 Und er spannte seinen Wagen an und nahm sein Volk mit sich
7 und nahm sechshundert auserlesene Wagen und was sonst an Wagen in Ägypten war mit Kämpfern auf jedem Wagen.
8 Und der HERR verstockte das Herz des Pharao, des Königs von Ägypten, daß er den Israeliten nachjagte. Aber die Israeliten waren unter der Macht einer starken Hand ausgezogen.
9 Und die Ägypter jagten ihnen nach mit Rossen, Wagen und ihren Männern und mit dem ganzen Heer des Pharao und holten sie ein, als sie sich gelagert hatten am Meer bei Pi-Hahirot vor Baal-Zefon.
10 Und als der Pharao nahe herankam, hoben die Israeliten ihre Augen auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her. Und sie fürchteten sich sehr und schrien zu dem HERRN
11 und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, daß du uns wegführen mußtest, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, daß du uns aus Ägypten geführt hast?
12 Haben wir's dir nicht schon in Ägypten gesagt: Laß uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.
13 Da sprach Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird. Denn wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr sie niemals wiedersehen.
14 Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.
15 Und der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Israeliten, daß sie weiterziehen.
16 Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand über das Meer und teile es mitten durch, so daß die Israeliten auf dem Trockenen mitten durch das Meer gehen.
17 Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, daß sie hinter euch herziehen, und will meine Herrlichkeit erweisen an dem Pharao und aller seiner Macht, an seinen Wagen und Männern.
18 Und die Ägypter sollen innewerden, daß ich der HERR bin, wenn ich meine Herrlichkeit erweise an dem Pharao und an seinen Wagen und Männern.
19 Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, und stellte sich hinter sie. Und die Wolkensäule vor ihnen erhob sich und trat hinter sie
20 und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Und dort war die Wolke finster, und hier erleuchtete sie die Nacht, und so kamen die Heere die ganze Nacht einander nicht näher.
21 Als nun Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken, und die Wasser teilten sich.
22 Und die Israeliten gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen, und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken.
23 Und die Ägypter folgten und zogen hinein ihnen nach, alle Rosse des Pharao, seine Wagen und Männer, mitten ins Meer.
24 Als nun die Zeit der Morgenwache kam, schaute der HERR auf das Heer der Ägypter aus der Feuersäule und der Wolke und brachte einen Schrecken über ihr Heer
25 und hemmte die Räder ihrer Wagen und machte, daß sie nur schwer vorwärtskamen. Da sprachen die Ägypter: Laßt uns fliehen vor Israel; der HERR streitet für sie wider Ägypten.
26 Aber der HERR sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer, daß das Wasser wiederkomme und herfalle über die Ägypter, über ihre Wagen und Männer.
27 Da reckte Mose seine Hand aus über das Meer, und das Meer kam gegen Morgen wieder in sein Bett, und die Ägypter flohen ihm entgegen. So stürzte der HERR sie mitten ins Meer.
28 Und das Wasser kam wieder und bedeckte Wagen und Männer, das ganze Heer des Pharao, das ihnen nachgefolgt war ins Meer, so daß nicht einer von ihnen übrigblieb.
29 Aber die Israeliten gingen trocken mitten durchs Meer, und das Wasser war ihnen eine Mauer zur Rechten und zur Linken.
30 So errettete der HERR an jenem Tage Israel aus der Ägypter Hand. Und sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres liegen.
31 So sah Israel die mächtige Hand, mit der der HERR an den Ägyptern gehandelt hatte. Und das Volk fürchtete den HERRN, und sie glaubten ihm und einem Knecht Mose.
2.Mose 15
1 Moses Lobgesang
Damals sangen Mose und die Israeliten dies Lied dem HERRN und sprachen: Ich will dem HERRN singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Roß und Mann hat er ins Meer gestürzt.
2 Der HERR ist meine Stärke und mein Lobgesang und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen, er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben.
3 Der HERR ist der rechte Kriegsmann, HERR ist sein Name.
4 Des Pharao Wagen und seine Macht warf er ins Meer, seine auserwählten Streiter versanken im Schilfmeer.
5 Die Tiefe hat sie bedeckt, sie sanken auf den Grund wie die Steine.
6 HERR, deine rechte Hand tut große Wunder; HERR, deine rechte Hand hat die Feinde zerschlagen.
7 Und mit deiner großen Herrlichkeit hast du deine Widersacher gestürzt; denn als du deinen Grimm ausließest, verzehrte er sie wie Stoppeln.
8 Durch dein Schnauben türmten die Wasser sich auf, die Fluten standen wie ein Wall; die Tiefen erstarrten mitten im Meer.
9 Der Feind gedachte: Ich will nachjagen und ergreifen und den Raub austeilen und meinen Mut an ihnen kühlen. Ich will mein Schwert ausziehen, und meine Hand soll sie verderben.
10 Da ließest du deinen Wind blasen, und das Meer bedeckte sie, und sie sanken unter wie Blei im mächtigen Wasser.
11 HERR, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich, der so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wundertätig ist?
12 Als du deine rechte Hand ausrecktest, verschlang sie die Erde.
13 Du hast geleitet durch deine Barmherzigkeit dein Volk, das du erlöst hast, und hast sie geführt durch deine Stärke zu deiner heiligen Wohnung.
14 Als das die Völker hörten, erbebten sie; Angst kam die Philister an.
15 Da erschraken die Fürsten Edoms, Zittern kam die Gewaltigen Moabs an, alle Bewohner Kanaans wurden feig.
16 Es fiel auf sie Erschrecken und Furcht; vor deinem mächtigen Arm erstarrten sie wie die Steine, bis dein Volk, HERR, hindurchzog, bis das Volk hindurchzog, das du erworben hast.
17 Du brachtest sie hinein und pflanztest sie ein auf dem Berge deines Erbteils, den du, HERR, dir zur Wohnung gemacht hast, zu deinem Heiligtum, Herr, das deine Hand bereitet hat.
18 Der HERR wird König sein immer und ewig.
19 Denn der Pharao zog hinein ins Meer mit Rossen und Wagen und Männern. Und der HERR ließ das Meer wieder über sie kommen. Aber die Israeliten gingen trocken mitten durchs Meer.
20 Da nahm Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, eine Pauke in ihre Hand, und alle Frauen folgten ihr nach mit Pauken im Reigen.
21 Und Mirjam sang ihnen vor: Laßt uns dem HERRN singen, denn er hat eine herrliche Tat getan; Roß und Mann hat er ins Meer gestürzt.
22 Israel in Mara und Elim
Mose ließ Israel ziehen vom Schilfmeer hinaus zu der Wüste Schur. Und sie wanderten drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser.
23 Da kamen sie nach Mara; aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war sehr bitter. Daher nannte man den Ort Mara.
24 Da murrte das Volk wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken?
25 Er schrie zu dem HERRN, und der HERR zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da wurde es süß. Dort gab er ihnen Gesetz und Recht und versuchte sie
26 und sprach: Wirst du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der HERR, dein Arzt.
27 Und sie kamen nach Elim; da waren zwölf Wasserquellen und siebzig Palmbäume. Und sie lagerten sich dort am Wasser.
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2. Mose 20
1 Die zehn Gebote
Und Gott redete alle diese Worte:
2 Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:
5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen,
6 aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
7 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.
8 Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest.
9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.
10 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.
11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.
13 Du sollst nicht töten.
14 Du sollst nicht ehebrechen.
15 Du sollst nicht stehlen.
16 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
17 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.
18 Und alles Volk wurde Zeuge von dem Donner und Blitz und dem Ton der Posaune und dem Rauchen des Berges. Als sie aber solches sahen, flohen sie und blieben in der Ferne stehen
19 und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen hören; aber laß Gott nicht mit uns reden, wir könnten sonst sterben.
20 Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, euch zu versuchen, damit ihr's vor Augen habt, wie er zu fürchten sei, und ihr nicht sündigt.
21 So stand das Volk von ferne, aber Mose nahte sich dem Dunkel, darinnen Gott war.
5. Mose 5
1 Wiederholung der zehn Gebote
Und Mose rief ganz Israel zusammen und sprach zu ihnen: Höre, Israel, die Gebote und Rechte, die ich heute vor euren Ohren rede, und lernet sie und bewahrt sie, daß ihr danach tut!
2 Der HERR, unser Gott, hat einen Bund mit uns geschlossen am Horeb
3 und hat nicht mit unsern Vätern diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, die wir heute hier sind und alle leben.
4 Er hat von Angesicht zu Angesicht mit euch aus dem Feuer auf dem Berge geredet.
5 Ich stand zu derselben Zeit zwischen dem HERRN und euch, um euch des HERRN Wort zu verkündigen; denn ihr fürchtetet euch vor dem Feuer und gingt nicht auf den Berg. Und er sprach:
6 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft.
7 Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
8 Du sollst dir kein Bildnis machen in irgendeiner Gestalt, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist.
9 Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen,
10 aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
11 Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.
12 Den Sabbattag sollst du halten, daß du ihn heiligest, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat.
13 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.
14 Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Rind, dein Esel, all dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt, auf daß dein Knecht und deine Magd ruhen gleichwie du.
15 Denn du sollst daran denken, daß auch du Knecht in Ägyptenland warst und der HERR, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm. Darum hat dir der HERR, dein Gott, geboten, daß du den Sabbattag halten sollst.
16 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, auf daß du lange lebest und dir's wohlgehe in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird.
17 Du sollst nicht töten.
18 Du sollst nicht ehebrechen.
19 Du sollst nicht stehlen.
20 Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
21 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was sein ist.
22 Das sind die Worte, die der HERR redete zu eurer ganzen Gemeinde auf dem Berge, aus dem Feuer und der Wolke und dem Dunkel mit großer Stimme, und tat nichts hinzu und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir.
1/3
5. Mose 6
Ermahnung zur Liebe und zum Gehorsam gegen den HERRN
Dies sind die Gesetze und Gebote und Rechte, die der HERR, euer Gott, geboten hat, daß ihr sie lernen und tun sollt in dem Lande, in das ihr zieht, es einzunehmen,
2 damit du dein Leben lang den HERRN, deinen Gott, fürchtest und alle seine Rechte und Gebote hältst, die ich dir gebiete, du und deine Kinder und deine Kindeskinder, auf daß du lange lebest.
3 Israel, du sollst es hören und festhalten, daß du es tust, auf daß dir's wohlgehe und du groß an Zahl werdest, wie der HERR, der Gott deiner Väter, dir zugesagt hat, in dem Lande, darin Milch und Honig fließt.
4 Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein.
5 Und du sollst den HERRN, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.
6 Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen
7 und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst.
8 Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein,
9 und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.
10 Wenn dich nun der HERR, dein Gott, in das Land bringen wird, von dem er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, es dir zu geben - große und schöne Städte, die du nicht gebaut hast,
11 und Häuser voller Güter, die du nicht gefüllt hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast -, und wenn du nun ißt und satt wirst,
12 so hüte dich, daß du nicht den HERRN vergißt, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt hat,
13 sondern du sollst den HERRN, deinen Gott, fürchten und ihm dienen und bei seinem Namen schwören.
14 Und du sollst nicht andern Göttern nachfolgen, den Göttern der Völker, die um euch her sind
15 - denn der HERR, dein Gott, ist ein eifernder Gott in deiner Mitte -, daß nicht der Zorn des HERRN, deines Gottes, über dich entbrenne und dich vertilge von der Erde.
16 Ihr sollt den HERRN, euren Gott, nicht versuchen, wie ihr ihn versucht habt in Massa,
17 sondern sollt halten die Gebote des HERRN, eures Gottes, seine Vermahnungen und seine Rechte, die er dir geboten hat,
18 daß du tust, was recht und gut ist vor den Augen des HERRN, auf daß dir's wohlgehe und du hineinkommest und einnehmest das gute Land, von dem der HERR deinen Vätern geschworen hat,
19 daß er verjagen wolle alle deine Feinde vor dir, wie der HERR es zugesagt hat.
20 Wenn dich nun dein Sohn morgen fragen wird: Was sind das für Vermahnungen, Gebote und Rechte, die euch der HERR, unser Gott, geboten hat?,
21 so sollst du deinem Sohn sagen: Wir waren Knechte des Pharao in Ägypten, und der HERR führte uns aus Ägypten mit mächtiger Hand;
22 und der HERR tat große und furchtbare Zeichen und Wunder an Ägypten und am Pharao und an seinem ganzen Hause vor unsern Augen
23 und führte uns von dort weg, um uns hineinzubringen und uns das Land zu geben, wie er unsern Vätern geschworen hatte.
24 Und der HERR hat uns geboten, nach all diesen Rechten zu tun, daß wir den HERRN, unsern Gott, fürchten, auf daß es uns wohlgehe unser Leben lang, so wie es heute ist.
25 Und das wird unsere Gerechtigkeit sein, daß wir alle diese Gebote tun und halten vor dem HERRN, unserm Gott, wie er uns geboten hat.
2/1
1. Mose 1 Der Anfang der Bibel
1 Die Schöpfung
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.
3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.
4 Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis
5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.
6 Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern.
7 Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.
8 Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.
9 Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an besondere Orte, daß man das Trockene sehe. Und es geschah so.
10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, daß es gut war.
11 Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume auf Erden, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist. Und es geschah so.
12 Und die Erde ließ aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringt, ein jedes nach seiner Art, und Bäume, die da Früchte tragen, in denen ihr Same ist, ein jeder nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
13 Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.
14 Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre
15 und seien Lichter an der Feste des Himmels, daß sie scheinen auf die Erde. Und es geschah so.
16 Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne.
17 Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde
18 und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war.
19 Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.
20 Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels.
21 Und Gott schuf große Walfische und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf Erden.
23 Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.
24 Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so.
25 Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war.
26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
27 Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.
28 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.
29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.
30 Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so.
31 Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.
21 So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.
2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.
3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.
2/2
Psalm 23
1 Der gute Hirte
Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Psalm 8
1 Offenbarung der Herrlichkeit Gottes am Menschen
Ein Psalm Davids, vorzusingen, auf der Gittit.
2 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der du zeigst deine Hoheit am Himmel!
3 Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, daß du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.
4 Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
5 was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst?
6 Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.
7 Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan:
8 Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere,
9 die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.
10 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!
Psalm 130
1 Aus tiefer Not (Der sechste Bußpsalm)
Ein Wallfahrtslied. Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir.
2 Herr, höre meine Stimme! Laß deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!
3 Wenn du, HERR, Sünden anrechnen willst - Herr, wer wird bestehen?
4 Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte.
5 Ich harre des HERRN, meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort.
6 Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen;mehr als die Wächter auf den Morgen
7 hoffe Israel auf den HERRN! Denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.
8 Und er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.
Psalm 22,2
2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.
Psalm 139,1-12
1 Gott der Allwissende und Allgegenwärtige
Ein Psalm Davids, vorzusingen. HERR, du erforschest mich und kennest mich.
2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.
3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.
4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüßtest.
5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.
7 Wohin soll ich gehen vor deinem Geist, und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
8 Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,
10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.
11 Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein -,
12 so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.
3/1
Matthäus 5-7
1 DIE BERGPREDIGT (Kapitel 5,1 - 7,29)
Die Seligpreisungen
Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm.
2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig sind die Friedfertigen;denn sie werden Gottes Kinder heißen.
10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
13 Salz und Licht
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten.
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
16 So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
17 Jesu Stellung zum Gesetz
Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.
19 Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
21 Vom Töten
Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist (2. Mose 20,13; 21,12): »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein.
22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.
23 Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, daß dein Bruder etwas gegen dich hat,
24 so laß dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe.
25 Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest.
26 Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.
27 Vom Ehebrechen
Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 20,14): »Du sollst nicht ehebrechen.«
28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
29 Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf's von dir. Es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.
30 Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, daß eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.
31 Es ist auch gesagt (5. Mose 24,1): »Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben.«
32 Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.
33 Vom Schwören
Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist (3. Mose 19,12; 4. Mose 30,3): »Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem Herrn deinen Eid halten.«
34 Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron;
35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs.
36 Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen.
37 Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.
38 Vom Vergelten
Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 21,24): »Auge um Auge, Zahn um Zahn.«
39 Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.
40 Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel.
41 Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.
42 Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will.
43 Von der Feindesliebe
Ihr habt gehört, daß gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3. Mose 19,18) und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,
45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?
47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?
48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
Matthäus 6
1 Vom Almosengeben
Habt acht auf eure Frömmigkeit, daß ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel.
2 Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
3 Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut,
4 damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
5 Vom Beten. Das Vaterunser
Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.
9 Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute.
12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.[Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.
15 Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.
16 Vom Fasten
Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
17 Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht,
18 damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
19 Vom Schätzesammeln und Sorgen
Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.
20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
22 Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.
23 Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
24 Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
25 Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?
26 Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?
27 Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?
28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
29 Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
30 Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?
31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden?
32 Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr all dessen bedürft.
33 Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
34 Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß jeder Tag seine eigene Plage hat.
71 Vom Richtgeist
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.
2 Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr meßt, wird euch zugemessen werden.
3 Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?
4 Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge.
5 Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.
6 Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, damit die sie nicht zertreten mit ihren Füßen und sich umwenden und euch zerreißen.
7 Von der Gebetserhörung
Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan.
8 Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.
9 Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete?
10 oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete?
11 Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!
12 Vom Tun des göttlichen Willens
Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.
13 Geht hinein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt, und viele sind's, die auf ihm hineingehen.
14 Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind's, die ihn finden!
15 Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
16 An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?
17 So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte.
18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen.
19 Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.
20 Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
21 Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.
22 Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan?
23 Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!
24 Vom Hausbau
Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
25 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.
26 Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute.
27 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war groß.
28 Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, daß sich das Volk entsetzte über seine Lehre;
29 denn er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
3/2
In den Gemeinden sind heute verschiedene Vorstellungen von Ostern anzutreffen.
Vier möchte ich skizzieren. Die Geschichtslinie soll dabei eine Hilfe sein. Bei allen wird vom Jahre 0 an die Lebenszeit Jesu bis zur Kreuzigung etwa im Jahre 30 markiert.
Die erste, die ich selbst gern vertrete, habe ich versucht ausführlich in Teil I darzustellen. So ist auf der Geschichtslinie mit den X-Zeichen gemeint, daß der Auferstandene in der Geschichte mitziehend und in sie unaufrechenbar verwickelt bei seiner Gemeinde ist und in seiner Welt wirkt.
In der zweiten Vorstellung wird der Dualismus symbolisiert: Jesus kommt von dem oben thronenden Gott in die Welt und ist als der göttliche Jesus Christus in der Welt bis zur Kreuzigung und geht dann wieder nach oben zum Vater. Besonders im Johannesevangelium findet sich dieses Denken. Von oben wird er am Ende der Tage kommen um Gericht zu halten. Von oben her wird er bei den Seinen wirksam, insbesondere in den Sakramenten. Manche Menschen gelten als im besonderen mit der Gabe des Geistes ausgerüstet und bevollmächtigt.
Die dritte Vorstellung kann in Ostern nur eine Nachwirkung von Worten und Taten Jesu sehen. Im Handeln der Gemeinde werden sie lebendig. Dabei wird nicht gewagt, Jesus Christus als den wirklich auferstandenen in der Welt und bei seiner Gemeinde zu sehen. Er findet Gestalt in einer Nachwirkung, wie man sie auch von anderen bedeutenden Menschen der Geschichte aussagen könnte.

Die vierte Vorstellung, die oft mit dualistischem Denken verbunden anzutreffen ist, knüpft an den alttestamentlichen Opfergedanken an. Tiere sind zur Sühne für die Sünden der Menschen geopfert worden. Ihr Blut sollte mit Gott versöhnen. Das Blut
Jesu, das am Kreuz geflossen ist, wird von dieser Tradition her als Sühneopfer verstanden. Dabei wird das Kreuz ungeschichtlich überhöht. Etwa bei Worten: Als er dort am Kreuze starb, „hat er auch an dich gedacht“, wird das deutlich. Du lebst über 1000 Jahre später. Der sterbende Jesus sah und liebte die Menschen, die damals dabei waren und an seinem Kreuze ausharrten. Der Glaube der im Gedanken an das Auferstehen Jesu in einen fernen Himmel auf das Mitsein Jesu in der Welt verzichtet, verliert dabei seinen tragfähigen Grund. Wie er liebend am Kreuz starb, so schaut er dich heute als Freund und Weggefährte an. Das darf nicht verloren gehen.

3/3
Oft wird im Gedanken an Jesus schon Ostern, die Auferweckung durch Gott in sein Leben als wirklicher Mensch hineinprojiziert. Der Vorbildcharakter seines Lebens geht dabei leicht verloren.
In der Sendung Glaubenssachen zum Thema Gewalt und Zivilcourage vom 19. Januar 2003 berichtet Christian Pfeiffer von einer Befragung Jugendlicher zu Vorbildern:
„Zu diesem Thema habe ich die Chance von Gesprächsrunden und Vortragsdiskussionen mit Jugendlichen mehrfach zu einem kleinen Test genutzt. Ich habe die jugendlichen Teilnehmer der Veranstaltungen gebeten, mir jeweils auf einem Zettel die Namen von drei Männern aus Geschichte oder Gegenwart zu schreiben, die sie persönlich als Vorbilder für aktiv gelebte Hilfsbereitschaft und Zivilcourage bezeichnen möchten. Die Antworten reichten von Mahatma Gandhi über Albert Schweitzer bis hin zu Karl-Heinz Böhm, Rupert Neudeck oder dem Dalai-Lama. Unter den vielen Namen fehlte allerdings einer - der von Jesus Christus. Darüber habe ich dann mit den Jugendlichen diskutiert. Meine Position war, dass Christus nun wirklich das Gegenteil eines Machos gewesen ist. Im Neuen Testament wird er doch durchweg als außerordentlich hilfsbereit und als sehr couragiert beschrieben. Die Antworten der Jugendlichen geben zu denken. "Aber der spielt doch in einer anderen Liga", lautete ein typischer Einwand oder: "Der war doch Gottes Sohn. Mit dem können wir uns wirklich nicht messen". Da frage ich mich nun, ob die Kirche etwas falsch gemacht hat in der Vermittlung des Christus-Bildes. Setzt sie Ihn vielleicht gar zu sehr auf einen göttlichen Thron? Tritt dadurch zu sehr in den Hintergrund, dass er auch ein Mensch gewesen ist?“[11]
5/1
Die zehn Gebote mit der Erklärung Martin Luthers
Das erste Hauptstück - Die zehn Gebote
Das erste Gebot
Ich bin der Herr, dein Gott.
Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.
Was ist das?
Wir sollen Gott über alle Dinge
fürchten, lieben und vertrauen.
Das zweite Gebot
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen;
denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
daß wir bei seinem Namen
nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen,
sondern ihn in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.
Das dritte Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten,
sondern es heilig halten, gerne hören und lernen.
Das vierte Gebot
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,
auf daß dir's wohlgehe und du lange lebest auf Erden.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten noch erzürnen,
sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben.
Das fünfte Gebot
Du sollst nicht töten.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun,
sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten.
Das sechste Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
daß wir keusch und zuchtvoll leben in Worten und Werken
und in der Ehe einander lieben und ehren.
Das siebente Gebot
Du sollst nicht stehlen.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen,
sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten.
Das achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
daß wir unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben,
sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.
Das neunte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause trachten und mit einem Schein des Rechts an uns bringen,
sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienlich sein.
Das zehnte Gebot
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,
daß wir unserm Nächsten nicht seine Frau, Gehilfen oder Vieh ausspannen, abwerben oder abspenstig machen,
sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.
5/2
Das Apostolische Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
5/3
Der erste Artikel. Von der Schöpfung mit Luthers Erklärung
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.
883.2.1
Was ist das?
Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen,
mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder,
Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält;
dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken,
Haus und Hof, Weib und Kind,
Acker, Vieh und alle Güter;
mit allem, was not tut für Leib und Leben,
mich reichlich und täglich versorgt,
in allen Gefahren beschirmt
und vor allem Übel behütet und bewahrt;
und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit,
ohn all mein Verdienst und Würdigkeit:
für all das ich ihm zu danken und zu loben
und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin.
Das ist gewißlich wahr.
5/4
WA 15 Seite 373 [14]
Der 127. Psalm ausgelegt an die Christen zu Riga in Liefland. 1524.
Aber da soll er sich fur hueten, das seyn hertz yhe nicht sich verlasse
auff solch seyn thun, auch sich vermessen wo es wol angehet, noch sorgen wo
es feylen will, Sondern soll all solch bereytschaft und rüstunge lassen unsers
Herr Gottes mummerey seyn, darunter her selbs alleyne wircke und ausrichte
was wyr gerne hetten. Denn er solche rüstunge auch darumb befilhet, auff
das er seyn werck darunter verberge und lasse die anlauffen, die sich vermessen,
und stercke die, so sich besorgen, auff das man yhn nicht versuche. Also hat
er alle kriege Davids des königs gefurt ym alten Testament und des gantzen
volcks Jsrael, und furet sie auch noch, wo solch gleubige oberkeyt ist. Also
hat er Abraham, Jsaac und Jacob durch yhre erbeyt reich gemacht & . Das
man wol mag sagen, der wellt laufft und sonderlich seyner heyligen wesen
sey Gottes mummerey, darunter er sich verbirgt und ynn der wellt so wunder-
lich regirt und rhumort.
In heute verständlicherem Deutsch:
Aber davor soll er sich hüten, daß sein Herz jäh sich nicht verlasse (daß sein Herz sich nicht plötzlich, ungestüm verlasse) auf solch sein Tun, auch (sich) zu vermessen (auch seine Kraft zu hoch zu bemessen, anzuschlagen), wo es wohl (leicht) angeht, noch (zu) sorgen (noch in Sorge zu sein), wo es fehlen will (wo es mangeln könnte), sondern (er) soll alle solche Bereitschaft und Zurüstung unseres Herr Gottes Mummerei sein lassen (sondern er soll solche Vorsorge der verborgenen Anwesenheit Gottes, die einer Maskerade gleicht, überlassen), darunter er selbst allein wirke und ausrichte, was wir gern hätten. Wie er auch solche Zurüstung darum befiehlt, auf daß er sein Werk darunter verberge (um sein Wirken darin zu verbergen) und die anlaufen lasse, die sich vermessen (die ihre Kraft zu hoch einschätzen), und die stärke, die sich besorgen (die Sorge tragen), (auf) daß man ihn nicht versuche. Also hat er alle Kriege des Königs David geführt im alten Testament und des ganzen Volkes Israel und führt sie auch (jetzt) noch, wo solche gläubige Obrigkeit ist. Also (auf diese Weise) hat er Abraham. Isaak und Jakob durch ihre Arbeit (Mühe) reich gemacht; so daß man wohl sagen mag (sagen kann), der Welt Lauf und sonderlich (besonders) seiner Heiligen Wesen (das Tun und Handeln seiner Heiligen) sei Gottes Mummerei (Gottes verborgene Anwesenheit, verborgenes Wirken, seine Maskerade) darunter er sich verbirgt und in der Welt so wunderlich (wunderbar) regiert und rumort (lärmt).
WA 17,2 Seite 192
Fastenpostille 1525.
Sonst sihet man ynn allen dingen, das nicht die speyse, sondern Gotts wort neeret ydermann.
Das nu Gott alle wellt durchs brod neeret und nicht durchs wort alleyne
on brod, geschicht darumb, das er seyn werck unter dem selbigen verberge, den
glauben zu uben, gleich wie er den kindern Jsrael befalh sich zu rüsten und
zu streytten und wollte doch nicht, das der sieg sollte durch yhr schwerd und
that geschehen, sondern er selbs wollte unter yhrem schwerd und durch yhre that
die feynde schlahen und gewynnen. Hie möchte er auch sagen: Der krieger
gewynnet nicht durch seyn schwerd alleine, sondern durch eyn iglich wort, das
von dem munde des HERRN ausgehet, wie denn auch David singet Psal. 43.:
„Meyn schwerd hilfft myr nicht, und auff meynen bogen las ich mich nicht.“
Jtem Psal. 33.: „Er hat nicht lust an den starken beynen, und eym krieger
hilfft nicht seyne stercke. Eyn pferd ist nicht gewis zu helffen & Dennoch
braucht er man und ros, schwerd und bogen, Aber nicht aus krafft odder macht
des mans und rosses, sondern unter dem furhanck1 und deckel2 des mans und
rosses sicht und thut ers alles. Das beweyset er damit, das er offt on man
und ros solchs gethan hat und teglich thut, wo die not hergehet und nicht
versucht wird.3 . . .
. . . Und summa, Alle creaturen sind Gottes larven und mummereyen6, die er will lassen mit yhm wircken und helffen allerley schaffen, das er doch sonst on yhr mitwircken thun kan und auch thut, Auff das wyr blos an seynem wort alleyne hangen. Also, es sey brod da, das wyr drumb nichts deste mehr verzagen, sondern brauchen desselben, wenns da ist, und emperen sey, wenns nicht da ist, gewis, das wyr doch leben und erneert sind zu beyder zeyten durch Gotts wort, es sey brod oder keyn brod da.-
Erläuterungen nach WA:
„1)Es ist an einen gemalten Vorhang zu denken.
2) = in der verdeckenden Gestalt.
3)Erg. er; Sinn: wo man es Gott nicht abtrotzen will; vgl. Unsre Ausg. Bd 51, 606,22.“
„6)= Masken.“
In heute verständlicherem Deutsch:
Sonst sieht man in allen Dingen (überall), daß nicht die Speise, sondern Gottes Wort jedermann nähret.
Daß nun Gott alle Welt durch das Brot nährt und nicht durch das Wort allein ohne Brot, geschieht darum (deshalb), daß er sein Werk unter demselben verberge (durch das Brot verberge), um den Glauben zu üben, gleich (so) wie er den Kindern Israel befahl, sich zu rüsten (zu bewaffnen) und zu streiten und doch nicht wollte, daß der
Sieg durch ihr Schwert und (ihre) Tat geschehen sollte, sondern er selbst wollte unter ihrem Schwert (verborgen durch ihr Schwert) und durch ihre Tat die Feinde schlagen und gewinnen (besiegen). Hier möchte er auch sagen: Der Krieger gewinnt nicht allein durch sein Schwert, sondern durch ein jegliches Wort, das von dem Munde des HERRN ausgeht, wie denn auch David singt in Psalm 43 (Gemeint ist wohl Psalm 44): „Mein Schwert hilft mir nicht und auf meinen Bogen verlaß ich mich nicht.“ Item (lateinisch „ebenso“) Psalm 33: „Er hat nicht Lust an den starken Beinen, und einem Krieger hilft nicht seine Stärke. Ein Pferd ist nicht gewiß zu helfen.“(Den Helden rettet nicht seine Kraft und Stärke. Ein Roß kann auch nicht immer helfen.) Dennoch gebraucht er Mann und Roß, Schwert und Bogen; aber nicht aus Kraft oder Macht (durch Kraft oder Vermögen) des Mannes und Rosses, sondern unter dem Vorhang und Deckel des Mannes und Rosses (sondern verborgen hinter Mann und Ross) ficht und tut er das alles. Das beweist er damit, daß er oft ohne Mann und Roß solches getan hat und täglich tut, wo die Not hergeht und (er) nicht versucht wird (wo die Not es fordert und wo man es Gott nicht abtrotzen will).
Und summa (im ganzen, kurz gesagt): Alle Kreaturen sind Gottes Larven und Mummereien ( „Verkleidungen“ ein Fastnachts- und Modewort des 16. Jahrhunderts über das Niederländische ins Deutsche eingedrungen, zu afranz. momon „Maske“, zu übersetzen: In allen Geschöpfen verbirgt sich Gott, wirkt verborgen Gott), die er mit ihm (sich) wirken und helfen lassen will, allerlei zu schaffen, das er doch sonst ohne ihr Mitwirken tun kann und auch tut, auf daß wir bloß (nur) an seinem Wort allein hängen. Also es sei Brot da, daß wir darum nichts desto (deshalb doch nicht) mehr trauen (erwarten, hoffen), oder (es) sei nicht da, daß wir darum nichts desto (deshalb doch nicht) mehr verzagen, sondern brauchen desselben (sondern es gebrauchen, nutzen), wenn es da ist, und entbehren seiner (und kommen ohne das aus), wenn es nicht da ist, gewiß (in der Gewißheit), daß wir doch leben und ernährt sind zu beider Zeiten (und ernährt werden in beiden Lebenslagen) durch Gottes Wort, es sei Brot oder kein Brot da.
WA 17,2 Seiten 262 und 263
Festpostille 1527. Predigt
Evangelium am Andreastage. Matth. 4, 18 - 22.
Die das Euangelion yetz treiben, sind es nitt, die es thun, sie sind nur aine larve und
mummeley, durch welche Gott sein wercke und willen außrichtet. Jr
seyts nicht (spricht er) die die Fische fahen, ich ziehe das netz selbs, Das kan
aber niemant erkennen, wie Got durch schwacheit würcket, denn der da glaubet.
In heutigem Deutsch:
Die das Evangelium jetzt treiben (d.h. verkündigen), sind es nicht, die es tun (d.h. die es zur Wirkung bringen); sie sind nur eine Larve und Mummelei (d.h. sie gleichen einer Maskerade, einem Fastnachtszug, einem Mummenschanz, sie gehorchen einer geheimen Kraft), durch welche (wodurch) Gott seine Werke und seinen Willen ausrichtet (durchsetzt). „Ihr seid es nicht“, spricht er, „die Fische fangen; ich ziehe das Netz selbst (aus dem Wasser).“ Das kann aber niemand erkennen, wie Gott durch Schwachheit (durch Schwäche, durch die Schwachen) wirkt, denn der da glaubt (außer demjenigen, der glaubt).
8/1
SIEBENTER AUFTRITT
Saladin (So ist das Feld hier rein!) - Ich komm' dir doch
Nicht zu geschwind zurück? Du bist zu Rande
Mit deiner Überlegung. - Nun so rede!
Es hört uns keine Seele.
Nathan Möcht' auch doch
Die ganze Welt uns hören.
Saladin So gewiß
Ist Nathan seiner Sache? Ha! das nenn'
Ich einen Weisen! Nie die Wahrheit zu
Verhehlen! für sie alles auf das Spiel
Zu Setzen! Leib und Leben! Gut und Blut!
Nathan Ja! ja! wenn’s nötig ist und nutzt
Saladin Von nun
An darf ich hoffen, einen meiner Titel,
Verbesserer der Welt und des Gesetzes,
Mit Recht zu führen.
Nathan Traun, ein schöner Titel!
Doch, Sultan, eh' ich mich dir ganz vertraue,
Erlaubst du wohl, dir ein Geschichtchen zu
Erzählen?
Saladin Warum das nicht? Ich bin stets
Ein Freund gewesen von Geschichtchen, gut
Erzählt.
Nathan Ja, gut erzählen, das ist nun
Wohl eben meine Sache nicht.
Saladin Schon wieder
So stolz bescheiden? - Mach! erzähl´, erzähle!
Nathan Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten,
Der einen Ring von unschätzbarem Wert
Aus lieber Hand besaß. Der Stein war ein
Opal, der hundert schöne Farben spielte,
Und hatte die geheime Kraft, vor Gott
Und Menschen angenehm zu machen, wer
In dieser Zuversicht ihn trug. Was Wunder,
Daß ihn der Mann in Osten darum nie
Vom Finger ließ und die Verfügung traf,
Auf ewig ihn bei seinem Hause zu
Erhalten? Nämlich so. Er ließ den Ring
Von seinen Söhnen dem geliebtesten;
Und setzte fest, daß dieser wiederum
Den Ring von seinen Söhnen dem vermache,
Der ihm der liebste sei, und stets der liebste,
Ohn' Ansehn der Geburt, in Kraft allein
Des Rings, das Haupt, der Fürst des Hauses werde. -
Versteh mich, Sultan.
Saladin Ich versteh' dich. Weiter!
Nathan So kam nun dieser Ring, von Sohn zu Sohn,
Auf einen Vater endlich von drei Söhnen,
Die alle drei ihm gleich gehorsam waren,
Die alle drei er folglich gleich zu lieben
Sich nicht entbrechen konnte. Nur von Zeit
Zu Zeit schien ihm bald der, bald dieser, bald
Der dritte, - so wie jeder sich mit ihm
Allein befand, und sein ergießend Herz
Die andern zwei nicht teilten, - würdiger
Des Ringes, den er denn auch einem jeden
Die fromme Schwachheit hatte zu versprechen.
Das ging nun so, solang es ging. - Allein
Es kam zum Sterben, und der gute Vater
Kommt in Verlegenheit. Es schmerzt ihn, zwei
Von seinen Söhnen, die sich auf sein Wort
Verlassen, so zu kränken. - Was zu tun? -
Er sendet insgeheim zu einem Künstler,
Bei dem er, nach dem Muster seines Ringes,
Zwei andere bestellt und weder Kosten
Noch Mühe sparen heißt, sie jenem gleich,
Vollkommen gleich zu machen. Das gelingt
Dem Künstler. Da er ihm die Ringe bringt,
Kann selbst der Vater seinen Musterring
Nicht unterscheiden. Froh und freudig ruft
Er seine Söhne, jeden insbesondre,
Gibt jedem insbesondre seinen Segen -
Und seinen Ring - und stirbt. - Du hörst doch, Sultan?
Saladin (der sich betroffen von ihm gewandt).
Ich hör', ich höre! - Komm mit deinem Märchen
Nur bald zu Ende. - Wird's?
Nathan Ich bin zu Ende.
Denn was noch folgt, versteht sich ja von selbst. -
Kaum war der Vater tot, so kommt ein jeder
Mit seinem Ring und jeder will der Fürst
Des Hauses sein. Man untersucht, man zankt,
Man klagt. Umsonst; der rechte Ring war nicht
Erweislich - (Nach einer Pause, in welcher er des Sultans Antwort erwartet).
Fast so unerweislich als
Uns jetzt - der rechte Glaube.
Saladin Wie? das soll
Die Antwort sein auf meine Frage?...
Nathan Soll
Mich bloß entschuldigen, wenn ich die Ringe
Mir nicht getrau' zu unterscheiden, die
Der Vater in der Absicht machen ließ,
Damit sie nicht zu unterscheiden wären.
SaIadin Die Ringe! - Spiele nicht mit mir! - Ich dächte,
Daß die Religionen, die ich dir
Genannt, doch wohl zu unterscheiden wären,
Bis auf die Kleidung, bis auf Speis' und Trank!
Nathan Und nur von seiten ihrer Gründe nicht. -
Denn gründen alle sich nicht auf Geschichte?
Geschrieben oder überliefert! - Und
Geschichte muß doch wohl allein auf Treu'
Und Glauben angenommen werden? - Nicht? -
Nun, wessen Treu' und Glauben zieht man denn
Am wenigsten in Zweifel? Doch der Seinen?
Doch deren Blut wir sind? doch deren, die
Von Kindheit an uns Proben ihrer Liebe
Gegeben? die uns nie getäuscht, als wo
Getäuscht zu werden uns heilsamer war? -
Wie kann ich meinen Vätern weniger
Als du den deinen glauben? Oder umgekehrt:
Kann ich von dir verlangen, daß du deine
Vorfahren Lügen strafst, um meinen nicht
Zu widersprechen? Oder umgekehrt.
Das Nämliche gilt von den Christen. - Nicht? -
Saladin (Bei dem Lebendigen! Der Mann hat recht.
Ich muß Verstummen.)
Nathan Laß auf unsre Ring'
Uns wieder kommen. Wie gesagt: die Söhne
Verklagten sich, und jeder schwur dem Richter,
Unmittelbar aus seines Vaters Hand
Den Ring zu haben - wie auch wahr! - Nachdem
Er von ihm lange das Versprechen schon
Gehabt, des Ringes Vorrecht einmal zu
Genießen. - Wie nicht minder wahr! - Der Vater,
Beteu'rte jeder, könne gegen ihn
Nicht falsch gewesen sein; und eh' er dieses
Von ihm, von einem solchen lieben Vater,
Argwohnen lass': eh' müss' er seine Brüder,
So gern er sonst von ihnen nur das Beste
Bereit zu glauben sei, des falschen Spiels
Bezeihen; und er wolle die Verräter
Schon auszufinden wissen, sich schon rächen.
Saladin Und nun, der Richter? - Mich verlangt zu hören,
Was du den Richter sagen lässest. Sprich!
Nathan Der Richter sprach: Wenn ihr mir nun den Vater
Nicht bald zur Stelle schafft, so weis' ich euch
Von meinem Stuhle. Denkt ihr, daß ich Rätsel
Zu lösen da bin? Oder harret ihr,
Bis daß der rechte Ring den Mund eröffne? -
Doch halt! Ich höre ja, der rechte Ring
Besitzt die Wunderkraft, beliebt zu machen,
Vor Gott und Menschen angenehm. Das muß
Entscheiden! Denn die falschen Ringe werden
Doch das nicht können! - Nun, wen lieben zwei
Von euch am meisten? - Macht, sagt an! Ihr schweigt?
Die Ringe wirken nur zurück? und nicht
Nach außen? Jeder liebt sich selber nur
Am meisten? - Oh, so seid ihr alle drei
Betrogene Betrüger! Eure Ringe
Sind alle drei nicht echt. Der echte Ring
Vermutlich ging verloren. Den Verlust
Zu bergen, zu ersetzen, ließ der Vater
Die drei für einen machen.
Saladin Herrlich! herrlich!
Nathan Und also, fuhr der Richter fort, wenn ihr
Nicht meinen Rat statt meines Spruches wollt:
Geht nur! - Mein Rat ist aber der: ihr nehmt
Die Sache völlig, wie sie liegt. Hat von
Euch jeder seinen Ring von seinem Vater,
So glaube jeder sicher seinen Ring
Den echten. - Möglich, daß der Vater nun
Die Tyrannei des e i n e n Rings nicht länger
In seinem Hause dulden wollen! - Und gewiß,
Daß er euch alle drei geliebt und gleich
Geliebt, indem er zwei nicht drücken mögen,
Um einen zu begünstigen. - Wohlan!
Es eifre jeder seiner unbestochnen,
Von Vorurteilen freien Liebe nach!
Es strebe von euch jeder um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott
Zu Hilf'! Und wenn sich dann der Steine Kräfte
Bei euern Kindes-Kindeskindern äußern:
So lad' ich über tausend tausend Jahre
Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen
Als ich, und sprechen. Geht! - So sagte der
Bescheidne Richter.
Saladin Gott! Gott!
Nathan Saladin,.
Wenn du dich fühlest, dieser weisere
Versprochne Mann zu sein...
Saladin (der auf ihn zustürztund seine Hand ergreift, die er bis zu Ende nicht wieder fahren läßt).
Ich Staub? Ich Nichts?
0 Gott!
Nathan Was ist dir, Sultan?
Saladin Nathan, lieber Nathan! -
Die tausend tausend Jahre deines Richters
Sind noch nicht um. - Sein Richterstuhl ist nicht
Der meine. - Geh! - Geh! - Aber sei mein Freund.
Nathan Und weiter hätte Saladin mir nichts
Zu sagen?
Saladin Nichts.
Nathan Nichts?
Saladin Gar nichts. - Und warum?
Nathan Ich hätte noch Gelegenheit gewünscht,
Dir eine Bitte vorzutragen.
Saladin Braucht's
Gelegenheit zu einer Bitte? - Rede!
Nathan Ich komm' von einer weiten Reis', auf welcher
Ich Schulden eingetrieben. - Fast hab' ich
Des baren Gelds zu viel. - Die Zeit beginnt
Bedenklich wiederum zu werden, - und
Ich weiß nicht recht; wo sicher damit hin. -
Da dacht' ich, ob nicht du vielleicht, - weil doch
Ein naher Krieg des Geldes immer mehr
Erfordert, - etwas brauchen könntes.
Saladin (ihm steif in die Augen sehend). Nathan! -
Ich will nicht fragen, ob Al-Hafi schon
Bei dir gewesen; - will nicht untersuchen,
Ob dich nicht sonst ein Argwohn treibt, mir dieses
Erbieten freierdings zu tun...
Nathan Ein Argwohn?
Saladin Ich bin ihn wert - Verzeih mir! - denn was hilft's?
Ich muß dir nur gestehen, - daß ich im
Begriffe war -
Nathan Doch nicht; das nämliche
An mich zu suchen?
SaIadin Allerdings.
Nathan So wär'
Uns beiden ja geholfen! - Daß ich aber
Dir alle meine Barschaft nicht kann schicken,
Das macht der junge Tempelherr. Du kennst
lhn ja. Ihm hab' ich eine große Post
Vorher noch zu bezahlen.
Saladin Tempelherr?
Du wirst doch meine schlimmsten Feinde nicht
Mit deinem Geld auch unterstützen wollen?
Nathan Ich spreche von dem einen nur, dem du
Das Leben spartest...
Saladin Ah! woran erinnerst
Du mich! - Hab' ich doch diesen Jüngling ganz
Vergessen! - Kennst du ihn? - Wo ist er?
Nathan Wie?
So weißt du nicht, wieviel von deiner Gnade
Für ihn, durch ihn auf mich geflossen? Er,
Er mit Gefahr des neu erhaltnen Lebens
Hat meine Tochter aus dem Feu'r gerettet.
Saladin Er? Hat er das? - Ha! danach sah er aus.
Das hätte, traun! mein Bruder auch getan,
Dem er so ähnelt! - Ist er denn noch hier?
So bring' ihn her! - Ich habe meiner Schwester
Von diesem ihren Bruder, den sie nicht
Gekannt, so viel erzählet, daß ich sie
Sein Ebenbild doch auch muß sehen lassen!
Geh, hol' ihn! - Wie aus einer guten Tat,
Gebar sie auch schon bloße Leidenschaft,
Doch so viel andre gute Taten fließen!
Geh, hol' ihn!
Nathan (indem er Saladins Hand fahren läßt).
Augenblicks! Und bei dem andern
Bleibt es doch auch? (Ab).
Saladin Ah! daß ich meine Schwester
Nicht horchen lassen! - Zu ihr! zu ihr! - Denn
Wie soll ich alles das ihr nun erzählen? (Ab nach der anderen Seite).
12/1
„Bist du nicht eifersüchtig?“
Dascha erwiderte lächelnd Poljas Blick.
„So schwach bin ich nun doch nicht, um eifersüchtig zu
sein.
Gleb fühlte, wie Polja seinen Arm an ihre warme Brust
drückte.
Die Sonne war bereits im Niederbrennen, sie erlosch nach
und nach hinter den fernen Bergrücken. Der Himmel war
tiefblau und stand über der Sonne in Feuer. Das Gebirge
schien ganz nahe gerückt, wirkte niedriger und glich er-
kalteten Eisen- und Kupferströmen.
Zur Rechten konnte man den Bremsberg sehen, von einem
flachen Abhang aus durchschnitt seine gelbe aufgewühlte
Furche den schroffen Berggrat.
Vom Grund der Schlucht herauf schwammen violette Abend-
schatten in die kraterähnlichen Vertiefungen. Die sonnigen
Streifen und Flecke auf Bergrücken und Hängen strahlten
indessen noch Hitze aus.
Hier unten auf dem grasbewachsenen Pfad, zwischen den
graublauen, wie Spinnweben verstrickten Büschen, atmete
die vorabendliche Stille den berauschenden Duft von Früh-
lingserde und drängenden Knospen.
Dascha ging etwas voraus und brach dürre Zweige ab.
„Was für eine gute Luft, Genossen . . . Wie Honig! . . . Bald
wird alles grün sein und blühen.“
„Das hast du treffend gesagt, Dascha. Wir sind einander
nur bei der Arbeit nahe, aber privat sind wir uns fremd.
Das ist einer unserer schweren Widersprüche. Wir haben
vor nichts so Angst wie vor unseren Gefühlen. Man braucht
unseren Leuten nur in die Augen zu sehen, und das Grauen
kommt einen an. Sie sind wie mit Stahl gepanzert. Wir
sind immer hinter Schloß und Riegel. Am Tage sperren
wir uns selber ab und in der Nacht unsere Zimmer.“
Dascha blieb stehen und bemerkte mit milder Strenge: „Die
Menschen können warten, liebe Polja, aber die Sache nicht,
sie verlangt ständige Wachsamkeit . . . Vergiß nicht, daß
unsere Arbeit mit Gefahren und Opfern verbunden ist . . .
Du hast heute auch ein Gewehr in den Händen gehalten,
nicht nur den Spaten.“
„Das beweist noch gar nichts, Dascha“, ereiferte sich Polja,
„du vereinfachst die Frage. Es gibt viele, die unter ihrer
seelischen Einsamkeit leiden, sie geben es nur nicht zu, weil
sie Spott oder Heuchelei fürchten oder Vorwürfe wegen
mangelnder ideologischer Festigkeit. Was hat aber ideo-
logische Festigkeit damit zu tun?“
Dascha entfernte sich immer mehr von ihnen und brach
Zweigspitzen ab. Gleb fuhr freundschaftlich durch Poljas
zerzauste Locken.
„Du singst ihr vergeblich deine Serenaden, Genossin Me-
chowa. Ihr kommst du nicht bei. Ich habe ihr noch ganz
andere Lieder gesungen, habe ihrem Herzen noch ganz
anders zugesetzt . . . und wurde trotz allem geschlagen.“
Daschas Zähne blitzten von weitem.
„Gleb ist dir ähnlich, Polja, er liebt herzbewegende Ge-
spräche . . . und Wühlerei in fremden Seelen.“
Dunstig und rot senkte sich die Sonne auf die fernen Gipfel,
die sich in sie hineinnagten wie in eine feurige Plinse. Die
geraden vom Hafen heraufführenden Straßen zerteilten die
Stadt am Fuße der Berge, die mit ihren Häusern in die
Schlucht hinabglitt. Zwischen den Anlegestellen und Molen
schillerte das Meer wie Perlmutt. Hallen und Kuppeln des
Werkes türmten sich in tiefem Schweigen wie Eis, das nie-
mals taut.
„Mir setzen in letzter Zeit quälende Fragen zu, Genossen.
Neue ökonomische Politik . . . Wir treten in eine Periode
schwerer Widersprüche ein, aber alle tun so, als merkten
sie es nicht. Ich bin die ganze Zeit in Unruhe und erwarte
etwas Fürchterliches.“
„Was ist mit dir, Genossin Mechowa?“ fragte Dascha ver-
wundert. „Warum bist du nervös? . . . Widersprüche -
12/2
Sergej ging, barhaupt wie immer, die Uferstraße entlang;
seine Locken flatterten und schlugen ihm ins Gesicht. Der
Wind trieb ihn heulend und pfeifend der Stadt zu, es ging
sich leicht, mühelos, ohne Schwere in den Beinen. Ver-
einzelte Gestalten schlichen ihm entgegen, gebückt gegen
den Ansturm, und er sah kein Gesicht, sondern nur zer-
knitterte Mützenfladen und mit warmen Tüchern fest um-
wickelte Frauenköpfe.
An den steinernen Kaimauern schaukelten türkische Felu-
ken und Fischerboote und zeichneten mit ihren Mastspin-
deIn feine Muster in die Luft.
Wozu war er in die Parteileitung gegangen? Nur um Badjin
furchtbare Worte ins Gesicht zu schleudern, die er dann
doch nicht herausbrachte? Was bedurfte es schließlich seiner
Worte? Was hätte er nach Tschumalow zu Badjin über-
haupt noch sagen können? Hatte ihn das aus der Stadt ins
Hafenviertel getrieben, in den Kampf mit dem Nordost?
Nein, er dachte an seinen Vater. In den letzten Tagen hatte
er ihn überall voller Angst gesucht. In der Bibliothek war der
Alte nicht mehr, und wo er wohnte, wußte er nicht. Un-
längst hatte Werotschka Sergej ausfindig gemacht. Als sie
mit ihm sprach, zitterte sie und wandte den Blick nicht von
ihm; ihre Augen hatten voll Tränen gestanden.
„Sergej Iwanowitsch! . . . Wenn Sie wüßten! . . . Ich kann
nicht . . . Er ist ein so wunderbarer Mensch! . . . Er ist krank,
Sergej Iwanowitsch . . . sehr krank . . . Er liegt auf dem
blanken Fußboden . . . Ich habe ihm ein Bett besorgt . . .,
aber er will nicht . . .“
Ist es nicht ganz gleich, was aus dem Vater wird? Das
Leben trifft eine unfehlbare Auswahl, und der Prozeß die-
ser Auswahl ist unabwendbar. Wo ist sein, Sergejs, Platz
bei dieser großen Arbeit der Geschichte? Vielleicht wird er
zermalmt? Vielleicht wird auch seine Seele wie die des Exe-
kutivkomiteevorsitzenden Badjin? Die Schläge der letzten
Jahre sind so schwer, jeder Tag ist so erbarmungslos grau-
sam gewesen, daß die alten Wunden nicht verheilen konn-
ten und jede Stunde neue schlug. Ist es nicht gleich, was aus
ihm wird, da doch jeder Augenblick ihn ganz, restlos
braucht? Arbeiten - nur arbeiten. Grauer Alltag - gut,
sei´s drum; ist doch dieser Alltag der in beharrliche Pfficht-
erfüllung umgesetzte Traum. Ob man ihn wieder in die
Partei aufnimmt oder nicht - das ist unwichtig: Das ändert
nichts an seiner Bestimmung. Er muß arbeiten - nur ar-
beiten. Unlösbare Bande verknüpfen ihn mit der ganzen
Welt, der ganzen Menschheit.
Das Mädchen an der Reling ist durch seine Seele gegangen
und für immer in seinem Herzen geblieben. Wo ist sie?
Auch das ist gleich. Polja Mechowa? Sie ist in ihn hinein-
gewachsen mit ihrer Frische und ihrer Erregbarkeit, mit
jenen nächtlichen Stunden, da er schlaflos an ihrem Bett
gesessen. Wenn auch Shidki, Tschibis, Badjin nicht mehr
neben ihm gehen werden - auch einmal Luchawa und
Dascha nicht mehr -, Gleb als Vollstrecker der Geschichte,
als Sieger, wird in die Zukunft schreiten . . . Doch auch er,
Sergej, ist eine Kraft, auch er ist ein unentbehrliches Glied
in der Kette der großen Ereignisse . . .
Unten an der lotrechten Steinmauer plätscherten und
schwappten die Wellen und schossen hoch auf wie lärmende
grüne Fontänen. Dort unten an der Wand war ein hoch-
gelegener Absatz zum Anlegen für Motorboote, und die an-
prallenden Wellen wuschen und schliffen den Beton. Auf
dem Absatz, unmittelbar an der Wand aufgehäuft, lagen
Wasserpflanzen, Schutt, Muscheln und Medusen. An einem
Steig, wo Staubwirbel im Winde kreisten, blickte Sergej hin-
unter und blieb stehen.
Am Fuße der Wand, von Abfall und Wasserpflanzen über-
spült, lag die Leiche eines Säuglings. Um das Köpfchen war
ein weißes Taschentuch gebunden, die Beinchen steckten in
Strümpfen, die Ärmchen waren nicht zu sehen: Sie waren
fürsorglich mit eingewickelt in die weiße Windel . . . Die
kleine Leiche war frisch, das wachsbleiche Gesichtchen war
glatt, lebendig, als schliefe das Kind. Hier zwischen den
Anlegestellen war es still, die Wellen brachen sich, vom
Sturm zurückgeschlagen, aneinander. Warum war die Leiche
so sorgsam auf Wasserpflanzen gebettet? Wessen Kind war
es? Der Abdruck der warmen Mutterhand lag noch auf ihm:
auf dem Kopftuch, den eingewickelten Ärmchen,. den win-
zigen Strümpfchen, die stramm über die prallen Beinchen
gezogen waren . . . Sergej konnte den Blick nicht von der
Leiche wenden. Ihm schien, das Kind müßte in der nächsten
Sekunde die Augen aufschlagen, ihn anschauen und ihm zu-
lächeln. Woher kam es, dieses Kindchen, dieses so erbar-
mungswürdige geopferte Menschlein? Von einem geschei-
terten Schiff? Oder hatte es eine wahnsinnige Mutter ins
Meer geworfen?
Sergej beugte sich zu der Leiche hinab und konnte und
konnte sich nicht losreißen. Vorübergehende traten neu-
gierig hinzu, sahen auf das Kind hinunter und gingen so-
gleich weiter. Sie murmelten etwas, fragten auch wohl, doch
Sergej sah und hörte nichts. Er stand und sah gedankenlos
hinunter, Schmerz, Staunen, Trauer in den Augen. Er hörte
selbst nicht, wie er vor sich hin sprach:
„So muß es auch sein . . . Tragödie des Kampfes . . . Um
von neuem geboren zu werden, muß man sterben.“
12/3
Tiefe verdrängt worden, aber sie war ein so untrennbarer Teil von
Tina wie ein zweiter Schatten. Sie konnte sich an diese Last
gewöhnen, wie sich ein Buckliger an seinen Buckel gewöhnt, aber
sie konnte sie nicht vergessen. Berijas Name machte ihr die Ver-
gangenheit wieder lebendig. Sie wollte das Radio ausschalten,
doch da hörte sie die Worte: „Die verbrecherischen, partei-,und
staatsfeindlichen Handlungen Berijas . . .“ Tina setzte sich im
Bett auf. Das Hemd glitt ihr von der Schulter, der Nachtwind
ließ ihr Brust und Hals kalt werden, aber sie bedeckte sich nicht
und saß regungslos. Die Meldung war schon zu Ende, aber sie
saß noch immer da, wie geblendet von einem plötzlichen und
scharfen Licht. Sie sah ein geschlossenes Auto vor sich und in
seiner Tür einen großen Löwenkopf auf breiten Schultern..
Vater! dachte sie. Also er ist es, der dich auf dem Gewissen
hat! Als wir die Faschisten vertrieben hatten, glaubten wir, jetzt
gäbe es im Lande keine Feinde und keine Schlachten mehr. Aber
der Feind war mitten unter uns . . .
Sie erinnerte sich der Worte ihres Vaters: „So listig und ge-
fährlich der innere Feind auch sein mag, er steht allein. Und er
wird vernichtet werden. Das ist nur eine Frage der Zeit.“
Der Vater hatte stets und in allem recht gehabt. Wie gut und zuver-
lässig war der Blick der geliebten tränenden Augen gewesen! Sie
dachte an einen regnerischen Abend, sah graues Haar neben dem
Bild der Mutter und hörte eine noch jugendliche Stimme: „Und
mein Stamm sind jene Karamyschs, treu bis zum Grabe, wenn
sie lieben.“
Wenn du bei mir wärest, du würdest mich verstehen, dachte
sie. Eine Frau muß ein Kind haben! Wir beide würden meinen
Sohn zusammen erziehen! Sie suchte sich vor dem Andenken des
Vaters zu rechtfertigen, und Tränen überfluteten ihr Gesicht. Sie
weinte in dieser Nacht, wie sie seit dem Tage seines Todes nicht
geweint hatte. Aber es waren nicht mehr so hoffnungslose
Tränen wie damals - sie weichten den Kummer auf, der mit den
Jahren versteinert war, sie spülten fort, was sich angesammelt
hatte, sie brachten Erleichterung. Der Fleck, der das teure An-
denken entstellt hatte, war entfernt worden. Der Vater stand
hoch über den ungeheuerlichen Verleumdungen, er war reinge-
waschen von ihnen, war beweint und gerächt.
Tina schlief erst gegen Morgen ein, und sie träumte von einem
längst vergessenen Erlebnis.
In ihrer Kindheit war sie einmal mit der Großmutter in die
Berge gefahren, um Hopfen zu holen. Der Hopfen wurde in dem
Zimmer, in dem Tina schlief, zu einem grünen Haufen auf-
geschichtet. Die Kinder warfen im Spiel ein lustiges junges
Hündchen auf den Haufen. Plötzlich winselte das Hündchen auf,
drehte sich ein paarmal um sich selbst und war eine Stunde darauf
tot. Alle glaubten, das Hündchen habe sich verletzt. Doch am
nächsten Tag krepierte, ebenfalls unter Gewinsel, ein Ferkel,
das in dem Hopfen gewühlt hatte. Die Nachbarn sagten, mit dem
Hopfen sei ein Waldgeist ins Haus gebracht worden. Aber dann
kam der Arzt, durchstöberte den Haufen mit der Heugabel, und
da schoß wie ein schwarzer Pfeil eine Schlange heraus. Der Arzt
schlug sie tot. Tina weinte, aber der Doktor beruhigte sie:
„Heute hast du doch keinen Grund mehr zu weinen. Gestern
hättest du weinen sollen, als du mit der Otter in einem Zimmer
gewohnt hast, aber jetzt mußt du dich freuen!“ Und er drehte
die tote Schlange mit einem Stock um.
Der Hopfen wurde fortgeräumt und in den Hof getragen, aber
jedesmal, wenn Tina an ihm vorbeiging, krümmte sie ihre Zehen
vor Ekel zusammen.
Der vergessene Hopfenberg mit der schwarzen Schlange, die
darin verborgen war, quälte Tina bis zum Morgen. Als sie er-
wachte, flutete schon die hochstehende Sonne in ihr Zimmer, und
über ihrem Ohr summte eine Biene. Noch halb vom Schlaf um-
fangen, reckte sich Tina im Bett und dachte: Jetzt kann man den
Kopf wieder hoch tragen! Das Schreckliche ist vorbei. Die Viper
ist vernichtet. Die Viper im Hopfen; - Sie öffnete die Augen:
Vater ist gerechtfertigt... Freilich erst nach seinem Tode, aber
wenigstens sein Andenken ist rein.
Eine schwere Biene mit einem flauschigen, herabhängenden
Bäuchlein kreiste über der Rose, die in einem Wasserglas auf
dem Nachttischchen stand. Die Rose war schneeweiß und schwer;
in den Facetten des Glases spielte das Licht in allen Regenbogen-
farben. Es standen viele Dinge im Zimmer, und alle, selbst die
einfachen Stühle und die Mineralwasserflasche, zeichneten sich
durch schöne Proportionen, durch Sauberkeit und Harmonie der
Linien aus. Was für schöne Sachen die Menschen machen können!
dachte Tina. Ja, es gibt sie, sie existiert - diese einfache, freund-
liche Welt, in der selbst die raffiniertesten Verbrechen auf-
gedeckt werden, in der auch die heimtückischsten Verbrecher
12/4
DIE BIRKE
Der Jäger schoß fehl.
Er fluchte,
warf die Hülse in den Schnee
voll Verdruß.
Durch die wachgewordnen Zweige
flutete,
die Eiszapfen rüttelnd,
der Schuß.
Und die Birke,
deren Rinde durchschossen,
das entzauberte Kind im Wald,
schwankte glitzernd
und lichtumflossen,
reckte knarrend
die schlanke Gestalt.
Und sie schimmerte,
wortlos schmachtend,
so als ob sie
durch einen Kuß
wie Schneewittchen
im Glassarg erwachte -
und nicht
durch des Jägers Schuß.
Und der Jäger stand vor dem Wunder
voller Staunen
stumm und erstarrt -
aus dem Stamm,
den sein Schrot verwundet,
quoll der Birkensaft duftig und zart!
Die verdurstende Seele zu letzen,
trank er, abgehetzt,
gierig den Saft,
gleichsam sollt ihm die Jugend ersetzen
diese Jugend
voll sprudelnder Kraft.
Und es konnte die Birke nicht wissen,
als sie freigebig
alles ihm gab,
daß ihr wurde die Jugend entrissen
mit den Tropfen,
die ihn gelabt.
Herb und süß
quoll der Saft
wie verzuckert.
Einfach niederschmetternd floß
diese Welt,
welche gabenreich gluckerte
wie das Birkhuhn,
das er nicht schoß.
Eiskalt schmerzte der Saft im Munde.
Das Gewehr schlief zu Füßen ihm jetzt. . .
So tränkte, vergessend die Wunde,
die Birke den,
der sie verletzt.
Deutsch von Sepp Österreicher
GELIEBTE, SCHLAF EIN. . .
Die Pforte ist zu.
An dem Gartenzaun glitzern
vom Meere her flitzende salzige Spritzer.
Die Dämme behämmernd mit donnerndem Dräun
sog salzige Sonne das Meer in sich ein.
Geliebte, schlaf ein. . .
Quäl mich nicht, hab Erbarmen.
Die Berge, die Steppen sind längst eingenickt.
Der Hofhund, der lahme,
der schläfrige, zahme,
er legt sich und leckt seinen salzigen Strick.
Die Blätter, sie knistern,
das Meer dröhnt im Düstern,
der Hofhund im Finstern
stimmt knurrend mit ein,
auch ich sag dir wispernd,
kaum hörbar dann flüsternd
und schließlich dann schweigend:
„Geliebte, schlaf ein. . .“
Geliebte, schlaf ein. . .
Laß den Zwist. . .
voll Frische ist alles ringsum. . .
Wir erwachen,
Stell's dir vor!
Wir liegen verschlafen
im Heu
unterm Dache,
nach Sauermilch riecht's
aus dem Keller empor.
Wie soll ich dich zwingen,
das alles zu sehen?
Du glaubst ja an gar nichts
Geliebte, schlaf ein. . .
Und lächle im Schlaf,
daß die Tränen vergehen!
Pflück Blumen und rate: wo sollen sie stehen?
Vergrab dein Gesicht in den Duft tief hinein.
Du murmelst im Traum?
wälzt dich ruhlos im Bette?
Umgib dich mit Schlaf, hüll dich ein in die Nacht!
Im Traum kriegt man alles das, was man gern hätte,
wovon man nur murmelt,
solange man wacht.
Nicht schlafen,
das ist den Gesetzen zuwider.
Es schreit aus der Tiefe,
wovon man sonst schweigt.
Deine Augen, die müden,
sie lechzen nach Frieden,
drum schließe die Lider, dann haben sie's leicht.
Geliebte, schlaf ein. . .
Was vertreibt dir den Schlummer?
Das brüllende Meer?
Ist's der Blätter Geräusch?
Du ahnst etwas Böses?
Wer machte dir Kummer?
Vielleicht war es ich,
der dich bitter enttäuscht?
Geliebte, schlaf ein. . .
Ja, so ist es halt eben. . .
Bei all meiner Schuld bin ich schuldlos bestraft.
Erhör mich und lieb mich!
Du mußt mir vergeben!
Und sei´s nur im Schlaf!
Und sei´s nur im Schlaf!
Geliebte, schlaf ein. . .
Unsre irdische Welt,
sie droht zu zerreißen
im haltlosen Kreisen,
man muß sich umarmen,
um nicht zu entgleisen
und daß man zu zweit abstürzt,
wenn man schon fällt.
Geliebte, schlaf ein. . .
Und das Schmollen laß sein. . .
Der Sandmann mag Sand in die Augen dir streuen.
So schwer ist´s auf Erden, dem Schlaf sich zu weihen !
Trotz alledem -
hörst du, Geliebte? -
schlaf ein.
Die Blätter, sie knistern,
das Meer dröhnt im Düstern,
der Hofhund im Finstern
stimmt knurrend mit ein,
auch ich sag dir wispernd,
kaum hörbar dann flüsternd
und schließlich dann schweigend:
„Geliebte, schlaf ein. . .“
Deutsch von Sepp Österreicher
ICH WERD EIN WENIG ALTMODISCH SEIN MÜSSEN. . .
Ich werd ein wenig altmodisch sein müssen
- sonst schwemmt mich noch die Zeitlichkeit dahin! -
daß ich die Toten nicht beschäm, die wissen
um unsres Lebens alten guten Sinn.
Ich möcht genau sein, etwas ungefüge,
zuvorkommend im alten guten Ton,
dem Edlen zeigend nur des Zartsinns Züge,
dem Nichtgen nur den alten guten Hohn.
Ich möcht belesen sein und fein im Forschen,
taub für des Phrasenschwalls Sirenensang,
nur auf die Stimme des Gewissens horchend,
denn niemals trügt ihr alter guter Klang.
Ich möcht als ewig grüner Junge gelten,
doch, denkend an so manch vergangnes Jahr,
den Jungen, die das Nüchterne bloß schelten,
beistehn als alter guter Großpapa.
So schreib ich, grübelnd und wohl auch betreten.
Und all dies kundzutun aus innerm Muß,
stellt sich der Jambus ein, schon neu geknetet,
und doch des Verses alter guter Fuß. . .
Deutsch von Franz Leschnit
O NEIN, MIR KANN VON NICHTS DIE HÄLFTE DIENEN!
O nein, mir kann von nichts die Hälfte dienen
Gebt mir die Erde ganz! Das Himmelszelt!
Mein sind die Meere, Flüsse, die Lawinen!
Ich teile sie mit niemand auf der Welt!
Mich kannst du, Leben, nicht mit Halbheit locken.
Gib alles ganz! Es ist mir grade recht.
Ich brauche nicht vom Glück nur einen Brocken,
und auch das halbe Leid ist mir zu schlecht!
Das halbe Kissen nur will ich besitzen,
wo sich behutsam an die Wange preßt
der Ring an deiner Hand - und schimmernd, glitzernd,
sternschnuppengleich sich hilflos fallen läßt.
Deutsch von Natalie Sinnet
WIR FANDEN
in uns selber
soviel Stärke,
und starke Lust und starke Liebe
sind
uns
grad so nötig
wie den Händen
Werke,
den Flügeln
Himmel
und den Segeln
Wind.
Die Liebe darf nicht bloß vorüberkrauchen -
mit jedem Jahr
tut sie uns not wie nie.
Und so wie wir sie selbst, die Liebe, brauchen,
so brauchen wir
auch Verse über sie!
WAS WAR es doch für eine bittre Nahrung,
wie tief uns dann doch das Gewissen biß,
wenn wir in eines Tischfreunds Offenbarung
nicht spürten eines Feindes Schmeichellist.
Doch furchtbar ist es, nichts hinzuzulernen
und übers Ziel der Wachsamkeit zu schnelln,
unreifem Tun bei reinem Wesenskerne
unreines Trachten fix zu unterstelln.
Wie übel, sich im Argwohn zu ergehen!
Wie blind der Richter, dem nichts rein erscheint!
´s ist schlimmer, als im Feind den Freund zu sehen,
wenn man vermeint, im Freunde steck der Feind.
12/5
EG 65 Von guten Mächten treu und still umgeben
1. Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
2. Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.
3. Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.
4. Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.
5. Laß warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
6. Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.
7. Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
12/6
EG 262 Sonne der Gerechtigkeit (ökumenische Fassung)
ö 1. Sonne der Gerechtigkeit,
gehe auf zu unsrer Zeit;
brich in deiner Kirche an,
daß die Welt es sehen kann.
Erbarm dich, Herr.
2. Weck die tote Christenheit
aus dem Schlaf der Sicherheit,
daß sie deine Stimme hört,
sich zu deinem Wort bekehrt.
Erbarm dich, Herr.
3. Schaue die Zertrennung an,
der sonst niemand wehren kann;
sammle, großer Menschenhirt,
alles, was sich hat verirrt.
Erbarm dich, Herr.
4. Tu der Völker Türen auf;
deines Himmelreiches Lauf
hemme keine List noch Macht.
Schaffe Licht in dunkler Nacht.
Erbarm dich, Herr.
5. Gib den Boten Kraft und Mut,
Glauben, Hoffnung, Liebesglut,
und laß reiche Frucht aufgehn,
wo sie unter Tränen sä'n.
Erbarm dich, Herr.
6. Laß uns deine Herrlichkeit
sehen auch in dieser Zeit
und mit unsrer kleinen Kraft
suchen, was den Frieden schafft.
Erbarm dich, Herr.
7. Laß uns eins sein, Jesu Christ,
wie du mit dem Vater bist,
in dir bleiben allezeit
heute wie in Ewigkeit.
Erbarm dich, Herr.
EG 432 Gott gab uns Atem, damit wir leben
1. Gott gab uns Atem, damit wir leben.
Er gab uns Augen, daß wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
daß wir auf ihr die Zeit bestehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
daß wir auf ihr die Zeit bestehn.
2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören.
Er gab uns Worte, daß wir verstehn.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln.
Er gab uns Füße, daß wir fest stehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehn.
EG 16 Die Nacht ist vorgedrungen,
ö 1. Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern!
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.
2. Dem alle Engel dienen,
wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienen
zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll nicht mehr sein Haupt.
Er soll errettet werden,
wenn er dem Kinde glaubt.
3. Die Nacht ist schon im Schwinden,
macht euch zum Stalle auf!
Ihr sollt das Heil dort finden,
das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet,
seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet,
den Gott selbst ausersah.
4. Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her.
5. Gott will im Dunkel wohnen
und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen,
so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute,
der läßt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,
kommt dort aus dem Gericht.
EG 361 Befiehl du deine Wege
ö 1. Befiehl du deine Wege
und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege
des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden
gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden,
da dein Fuß gehen kann.
2. Dem Herren mußt du trauen,
wenn dir's soll wohlergehn;
auf sein Werk mußt du schauen,
wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen
und mit selbsteigner Pein
läßt Gott sich gar nichts nehmen,
es muß erbeten sein.
3. Dein ewge Treu und Gnade,
o Vater, weiß und sieht,
was gut sei oder schade
dem sterblichen Geblüt;
und was du dann erlesen,
das treibst du, starker Held,
und bringst zum Stand und Wesen,
was deinem Rat gefällt.
4. Weg hast du allerwegen,
an Mitteln fehlt dir's nicht;
dein Tun ist lauter Segen,
dein Gang ist lauter Licht;
dein Werk kann niemand hindern,
dein Arbeit darf nicht ruhn,
wenn du, was deinen Kindern
ersprießlich ist, willst tun.
EG 376 So nimm denn meine Hände
ö 1. So nimm denn meine Hände
und führe mich
bis an mein selig Ende
und ewiglich.
Ich mag allein nicht gehen,
nicht einen Schritt:
wo du wirst gehn und stehen,
da nimm mich mit.
2. In dein Erbarmen hülle
mein schwaches Herz
und mach es gänzlich stille
in Freud und Schmerz.
Laß ruhn zu deinen Füßen
dein armes Kind:
es will die Augen schließen
und glauben blind.
3. Wenn ich auch gleich nichts fühle
von deiner Macht,
du führst mich doch zum Ziele
auch durch die Nacht:
so nimm denn meine Hände
und führe mich
bis an mein selig Ende
und ewiglich!
EG 329 Bis hierher hat mich Gott gebracht
ö 1. Bis hierher hat mich Gott gebracht
durch seine große Güte,
bis hierher hat er Tag und Nacht
bewahrt Herz und Gemüte,
bis hierher hat er mich geleit',
bis hierher hat er mich erfreut,
bis hierher mir geholfen.
2. Hab Lob und Ehr, hab Preis und Dank
für die bisher'ge Treue,
die du, o Gott, mir lebenslang
bewiesen täglich neue.
In mein Gedächtnis schreib ich an:
der Herr hat Großes mir getan,
bis hierher mir geholfen.
3. Hilf fernerweit, mein treuster Hort,
hilf mir zu allen Stunden.
Hilf mir an all und jedem Ort,
hilf mir durch Jesu Wunden.
Damit sag ich bis in den Tod:
durch Christi Blut hilft mir mein Gott;
er hilft, wie er geholfen.
EG 321 Nun danket alle Gott
ö 1dt. Nun danket alle Gott
mit Herzen, Mund und Händen,
der große Dinge tut
an uns und allen Enden,
der uns von Mutterleib
und Kindesbeinen an
unzählig viel zugut
bis hierher hat getan.
2dt. Der ewigreiche Gott
woll uns bei unserm Leben
ein immer fröhlich Herz
und edlen Frieden geben
und uns in seiner Gnad
erhalten fort und fort
und uns aus aller Not
erlösen hier und dort.
3dt. Lob, Ehr und Preis sei Gott
dem Vater und dem Sohne
und Gott dem Heilgen Geist
im höchsten Himmelsthrone,
ihm, dem dreiein'gen Gott,
wie es im Anfang war
und ist und bleiben wird
so jetzt und immerdar.
1. Korinther 13 1 Das Hohelied der Liebe
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so daß ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.
4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,
5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird.
9 Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.
10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.
11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.
12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
13/1
Eine Mail von: Helmut Metz aus Dresden
Die Flut in Dresden
Datum: Sonntag, 18. August 2002, 23:12 Uhr
Liebe Freunde,
zunächst zu uns selbst: Meiner Familie und mir geht es gut!
Wir haben ganz unverschämtes Glück gehabt:
- Wir wohnen auf einem Berg ganz im Süden von Dresden und damit weit
genug von der Elbe weg.
- Unser Haus liegt aber auch weit genug von den Bächen und Flüssen aus
dem Erzgebirge entfernt, die alles was ihnen im Weg stand, wegwischten.
- Und dann steht unser Haus in der Nähe des letzten funktionierenden
Wasserwerkes, was für uns eine durchgängige Versorgung mit Wasser und
Strom bedeutet.
Gerade komme ich vom Schippen entlang dem "Flüsschen" Weißeritz. Wie
sieht es dort aus? Die Brücken innerhalb Dresdens über diesen kleinen
Fluss sind fast alle zerstört oder gesperrt. Zunächst habe ich an der
Zufahrt zu einer Brücke zusammen mit vielen Freiwilligen gearbeitet. Die
Straße war dort mit 0,5 bis 1 m Schlamm bedeckt. Das Wasser hatte den
anliegenden Supermarkt "ausgeräumt", so dass wir im Schlamm Regalteile,
Würstchen, Kassen u.v.a.m. fanden.
Ein Mann winkte um Hilfskräfte. Ich ging 500 m weiter. Die Auffahrt zu
dieser Brücke ist völlig zerstört. Ein metertiefer Krater wurde
ausgespült. Ein 4-stöckiges Haus am Ende der Straße ist abbruchreif. Das
Wasser hat eine Ecke des Hauses weggerissen. Der Dachstuhl hängt in der
Luft, man sieht die Bilder an den Wänden, wo es keine Zimmer mehr gibt.
Ein Sessel hat sich beim Wegspülen in der Türöffnung verkeilt. Wo sind
die Menschen geblieben? Ich höre später, dass die männliche Leiche, die
man 500 m weiter fand, eine Mann aus diesem Haus sein soll, der im
Schlaf überrascht wurde. Links und rechts an dieser Straße türmen sich
meterhoch Reste von Bäumen, Büschen, Balken, Dreck. Zentnerschwere
Gehwegplatten sind aus den Bürgersteigen gehebelt und irgendwie
liegengeblieben. Eine Firma hatte es nicht mehr geschafft, ihre
Fahrzeuge in Sicherheit zu bringen. Die Fahrzeuge sind verbeult und
aufeinandergeschoben worden. Einige Schritte weiter liegen ein halbes
Dutzend Privat-PKW mit dem gleichen Schicksal. Mein Freund meint, das
eine Auto habe bestimmt mal 80 TDM gekostet. Wo haben denn diese Autos
vor dem Wasser gestanden? In einem 1 m tief ausgespülten Loch in der
Straße hängt ein LKW (7,5 Tonner). Wir kommen bei dem Firmen-Gebäude an,
wo wir zu Hilfe gerufen wurden.
Es handelt sich um die Lagerhalle eines kleinen Groß- und Einzelhandels
für Haushalts- und Sanitär-Artikel. In der Halle steht ein
Hochregallager, der Fussboden ist knöcheltief bis zu 60 cm mit Schlamm
bedeckt. In der Halle arbeiten schon ca. 20 Menschen, die versuchen den
Schlamm auf der einen Seite der Halle und geborgene Artikel auf der
anderen Seite herauszubringen. Der Dialekt verrät mir: Das sind keine
Dresdner. Die sind heute morgen aus Annaberg hinter Chemnitz (ca. 80 km)
gekommen, um zu helfen.
Sofort sind meine Schuhe vollgelaufen (vielleicht wären Gummistiefel
doch besser gewesen...), wir sehen aus, wie die Schweine. Wir zerren
Thermoskannen, Kompottschälchen, Teegläser, Spiegel, Schraubenzieher,
Weihnachtsbaumkugeln hervor. Wir finden Abflussverschraubungen für
Waschbecken. Ein Witz: "Den Trabs hat wohl lange keiner mehr gelehrt."
Alles ist voll Schlamm. Habt ihr schon einmal einen mit Kerzen
bestückten, zierlich aus Holz geschnitzten Weihnachtslichterbogen
gesehen - der im Schlamm liegt?
Ich lerne den Chef kennen. Ein sympathischer Typ, Mitte Vierzig. Aus dem
bricht es gleich hervor. (Warum spricht er denn gerade mich an?) "Das
ist eigentlich das Ende!" Später erzählt er noch: Am Montag vergangener
Woche hatte er die Lieferung für einen großen Auftrag bekommen und
natürlich ins Lager gestellt. 25.000 €! Alles hin! Aber bezahlt muss es
natürlich trotzdem werden... Was soll ich da nur sagen? "So eine
Scheiße!" (Entschuldigung) Dann sagt er noch, dass sie außer dem Mann
aus dem Eckhaus noch zwei weitere Leichen gefunden hätten. Das Schippen
des Schlammes ist für mich sehr anstrengend. Doch zum Glück kann ich
durchhalten. So nebenbei erfahre ich, dass mein Nachbar, mit dem ich
losgezogen bin, erhebliche Probleme mit der Bandscheibe hat. Für den ist
diese Arbeit natürlich auch Gift. Als die Truppe aus Annaberg am späten
Nachmittag aufbricht, gehen wir auch nach Hause. Die Halle ist leider
noch lange nicht fertig. Den Chef treffen wir noch einmal. Er ist ganz
gerührt und sagt, dass diese Hilfe ihm Mut gegeben hat. "Vielleicht kann
man es doch wieder versuchen..." Er bedankt sich und bedankt sich und
bedankt sich ... Ich wünsche ihm ALLES GUTE und sage, dass ich ihn HIER
MAL WIEDER BESUCHEN WERDE! Er sagt lächelnd: "Klar, dass würde mich SEHR
freuen!"
Heute vormittag war ich in der Altstadt. Das Wasser ist offenbar schon
etwas gesunken, aber es ist immer noch unheimlich viel überschwemmt. Die
Menschen waten durch das Wasser zu ihren Häusern. Da, wo die Häuser
wieder frei sind, türmen sich riesige Möbelhaufen auf der Straße. Es ist
eine ganz merkwürdige Stimmung: Der Pegel steht immer noch bei 8,5 m,
also irre hoch, aber er geht zurück. Die THW- und Feuerwehrmänner haben
ihre schweren Jacken abgelegt, sitzen auf den Sandsackwällen. Die Sonne
scheint, es ist ein wunderschönes Wetter. Überall tuckern die schweren
Pumpen. Es ist zu erkennen, wie viele vergebliche Versucher es gab, das
Wasser mit Sandsackdeichen aufzuhalten. Das ist wohl ein fast
aussichtsloses Unterfangen und hält die Flut offenbar nur kurz auf.
Wie ging das vor einer Woche für mich los?
Am Montag abend war ich wie immer zur Probe meines geliebten Domchores
in Meißen. Das liegt für mich von der Arbeit nur 8 km weg. Es hatte
schon 1,5 Tage ununterbrochen wie aus Kannen gegossen. Um 21 Uhr war die
Probe beendet und ich bracht auf, um nach Dresden nach Hause zu fahren
(ca.30km). Nach kurzem Überlegen entschloss ich mich, für die Rückfahrt
die Bundesstraße entlang der Elbe zu nutzen. Ich habe mal ein paar Jahre
in Meißen gewohnt und weiss deshalb, dass diese Uferstraße bei
Hochwasser besonders gut kontrolliert und bei Gefahr gesperrt wird. Auf
dem Markt kam mir das erste Mal Wasser entgegen. Ich überquerte die
Triebisch, ein ganz kleines Flüsschen, das gerade begonnen hatte, sein
Bett zu verlassen. Die Uferstraße war noch nicht gesperrt, also los! Und
plötzlich war ich mit dem Auto mitten in der Flut! WARUM HABEN DIE DENN
DIESE STRAßE NICHT GESPERRT! Mir schoss es durch den Kopf: Zurück?!
NEIN, denn dann wird das Wasser in den Auspuff gedrückt und alles ist
aus. ALSO VORWÄRST!!! GAS! NUR DAMIT DAS DER MOTOR NICHT AUSGEHT! ICH
FAHRE IN DER ELBE GEGEN DEN STROM! Mir kommt ein großes Fahrzeug
entgegen, also ich nach rechts raus. Am Stoss merke ich, dass da im
Wasser der Bordstein versteckt war. Doch auf dem Bürgersteig kann ich
nicht weiterfahren, da dort ein weiteres Fahrzeug steht. Das Auto hier
abstellen??? Ganz blöde Idee, denn dann schwimmt es Richtung Hamburg.
Also wieder zurück auf die Straße und GAS!!! Das Auto heult und zischt!
Ich merke an den sich druchdrehenden Rädern, dass ich stückchenweise die
Bodenhaftung verliere und schwimme!!! Ich weiss, dass dieses Stück ca.
700 m lang ist. Jeder Meter dehnt sich endlos... Als ich endlich auf der
anderen Seite herauskomme, könnte ich mein Auto küssen!!! Ich bin
schweissgebadet!!! Doch fast erwischt es mich dann doch. Im Dunkeln im
Regen erkenne ich, dass vor mir auf der Straße neben einer Feuerwehr ein
Auto auf der Straße wenden will. Ich fahren nicht schnell, aber MEINE
BREMSEN ARBEITEN NICHT MEHR!!! Ich trete fast das Bodenblech durch und
stehe dann ganz kurz vor dem anderen Fahrzeug auch quer auf der Straße.
In Dresden halte ich ganz fasziniert auf der Straße neben dem Flüsschen
Weizeritz, weil ich dort noch nie einen Wasserspiegel gesehen habe, der
bis an die Unterkante der Brücke reicht. (Und das war erst der
Anfang...)
Am Dienstag morgen wollte ich natürlich wieder zur Arbeit fahren, aber
es GING NICHTS MEHR! Und dann begannen die Fernsehbilder auf uns ein zu
stürmen... DAS KANN DOCH GAR NICHT WAHR SEIN!!!
Was ist in und um Dresden passiert?
Die Flut hier hatte zwei Phasen: Zuerst brachen fast zeitgleich alle
Bäche und kleinen Flüsschen aus dem Erzgebirge mit nie geahnten
Wassermassen und ungeheurer zerstörerischer Kraft hinab in das Elbtal.
Erinnert ihr euch noch ein meine Mail am Himmelfahrtstag, wo ich ganz
glücklich erfüllt von einer Schlauchboottour auf einem kleinen
sächsischen Fluss berichtete? Das war die Mulde, auf der wir damals an
manchen Stellen keine 20 cm unter dem Kiel hatten. Das ist genau die
Mulde, die jetzt Teile von Nossen, Döbeln, Leißnig und Grimma verwüstet
und jetzt Bitterfeld überschwemmt. Mensch, war das damals im Mai
friedlich! Die Triebisch stürzte auf Meißen ein. Die Müglitz kenne ich
als ein malerisches Rinnsal unterhalb der Burg Weesenstein. Und was hat
dieses Flüsschen jetzt gemacht! Glashütte völlig verwüstet und die
Gemeinde Weesenstein fast dem Erdboden gleich gemacht! Und das ist das
eine - für mich tief eingeprägte - Bild dieser Tage: Die eine Wand des
Hauses in Weesenstein, die stehenblieb, und an die sich ein Vater mit
seinem Kind und der Großmutter klammerten. Vor den Augen der Frau und
Mutter am rettenden Ufer!
Unterhalb des Berges, auf dem wir wohnen, fließt die Weizeritz. Am
Dienstag Nachmittag sind wir zum Fluss heruntergeklettert. Was für eine
gewaltige Kraft! Wir waren total gebannt! Die Bahnstrecke gegenüber
hatte es schon unterspült, die Gleise hingen in der Luft, die
Oberleitungen weggeknickt. Sehr große Bäume kamen im Wasser
angeschossen, sie donnert in die Stahlgeländer an der Brücke und
verbogen sie - fast spielerisch... Das Schauspiel sahen wir uns dann
auch noch von oben von Aussichtspunkten hoch über dem Tal an. Dort waren
sehr viele Leute, die das auch sehen wollten. Ich konnte erkennen, dass
sich dort aus der Straße ein Wasserfall gebildet hatte, dessen Getöse
mich an meine Reise nach Kanada in die Rocky Montains erinnerte. Und
genau dieser Fluss, der sich heute schon wieder ganz friedlich verhielt,
hat etwas weiter flussabwärts die Schäden angerichtet, an denen ich
heute Nachmittag gearbeitet habe.
Heute hat sich für mich ein Rätsel gelöst: Wie hat es diese Weizeritz
denn bloss geschafft, den Dresdner Hauptbahnhof zu überschwemmen? Das
ist nämlich für mich das andere beeindruckende Bild: Die Weißeritz
quillt wie ein Gebirgsbach aus dem Haupteingang des Bahnhofes hervor!
Heute Vormittag habe ich vor dem Hauptbahnhof auf einem Gleis in der
OBERLEITUNG EINEN ANGESPÜLTEN GRASBÜSCHEL entdeckt! Genau bei dem
Lagerhaus, wo ich heute gearbeitet habe, ist die Weißeritz von ihrem
Bett abgewichen und hat sich ihren Lauf Richtung Hauptbahnhof gesucht.
Die zweite Phase dieser Flut ist das Hochwasser der Elbe. Ihr könnt das
ausführlich im TV sehen. Zwei Straßen von uns entfernt ist ein
Stützpunkt mit Hubschrauber-Landeplatz eingerichtet worden. Evakuierte
werden dort aufgenommen, Sandsäcke wurden dort gefüllt. Seit fast einer
Woche hören wir von dort fast permanent die Alarmsignale der
verschiedenen Einsatzfahrzeuge, besonders Dienstag bis Donnerstag
donnerten ohne Unterbrechung die Hubschrauber über uns hinweg Richtung
Erzgebirge. Eine unheimliche Spannung... Katastrophen-Stimmung...
Und einer freut sich doch: Unsere Lydia. Die braucht nämlich schon seit
Dienstag nicht mehr zur Schule, und auch die nächsten Tage bleibt das
noch so. Obwohl sie doch eine so gute Schülerin und seit 10 Tagen im
Gymnasium ist.
Meine gängigen Provider funktionieren immer noch nicht, aber heute
gelang es mir, über eine andere DFÜ-Verbindung ins Internet zu kommen
(Tip von einem Freund). So kann ich versuchen, diese Eindrücke
abzuschicken.
Ich wünsche euch eine friedliche und trockene gute Nacht!
Helmut
Literaturverzeichnis
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( EZW , Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen)
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NDR Kultur Glaubenssachen 09.02.2003.
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Foedus-Verlag Wuppertal 2002. S. 201 ff.
[38] Miles, Jack. Gott Eine Biographie. München Wien 1996.
[39] Spur, Roland. „FeierTag“ „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“.
Deutschlandradio Berlin 19.01.2003
[40] An der Stechbahn. Erlebnisse und Berichte aus dem Büro Grüber.
Evangelische Verlagsanstalt GmbH. Berlin 1957.
[41] Propst Heinrich Grüber. Erinnerungen aus sieben Jahrzehnten. Köln. Berlin 1968.
[42] Dürr, Hans-Peter. Der Friede als Ernstfall. Publik Forum 2001 Nr. 24.
[43] von Soden, Hermann. „Hat Jesus gelebt?“ Protest. Schriftenvertreib Berlin 1910
[44] Frisch, Max Biedermann und die Brandstifter in Spectaculum Nr. II Frankfurt 1959
sonstige verwandte Bücher
Die Bibel
Evangelisches Gesangbuch. Bekenntnisse 1993.
Friedlein, Curt. Geschichte der Philosophie. Berlin 1934.
Windelband-Heimsoeth. Lehrbuch der Geschichte der Philosophie. 14. Aufl. Tübingen 1950.
Heussi, Karl. Kompendium der Kirchengeschichte. 11. Aufl. Berlin 1957.
Die Religion in Geschichte und Gegenwart. 3. Aufl. Stuttgart und Tübingen 1957-1965.
Gaarder, Jostein. Sofies Welt. dtv 62000 München 2001.
Fotos
Kelchfenster in Stolpe Ernst-Wilhelm Langhoff, Stolpe auf Usedom
Auferstehungsfenster Marienkirche Usedom Harry Hardenberg
Innenraum der Kirche in Prali Ansichtskarte 1 Ediz. SACAT Torino
Kreuz Turmspitze Kirche Mönchow auf Usedom Manfred Metz
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